Mädelspower in Patagonien

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Hinter uns liegen viereinhalb Wochen am Ende der Welt: In El Chaltén im argentinischen Patagonien. Und wir können glücklich und zufrieden zurück blicken: Anfang Februar steigen wir in Frankfurt ins Flugzeug um nach Patagonien zum Klettern zu fliegen. Wir das sind Laure Batoz (26 Jahre, Mitglied der Equipe Nationale d’Alpinisme Féminine (ENAF) der Fédération Francaise de la Montagne et de l’Escalade) und Caroline North (21 Jahre, Mitglied des DAV Expeditions-Kaders der Frauen). Gemeinsam begeben wir uns ins Abenteuer, obwohl wir aus zahlreichen Berichten wissen, dass es möglich ist, dass wir aufgrund von schlechtem Wetter nicht klettern können. Das trifft, aber nicht zu, denn wir haben Glück mit dem Wetter und stehen sechs Tage später auf unserem ersten patagonischen Gipfel, der Guillaumet, die wir über die Brenner- Moschioni (300m, 30° 6b) erklettert haben. Danach folgen zehn Tage mit schlechtem ‚Wetter, warten, bouldern und immer wieder Wetterchecken bis sich ein neues Wetterfenster auftut. Dieses nutzen wir um uns an der Westwand des Cerro Torre zu versuchen. Aber erst einmal bedeutet dies langer Anmarsch in teilweise schlechtem Wetter mit viel Wind und über das patagonische Inlandeis bis wir schließlich drei Tage später auf das Col de la Esperanza kommen. Von dort klettern wir die Ragni(600m, 90° M4), mit ihren bizarren Schneeformationen und tollen Mixedseillängen eine imposante Route. Wir können bis 80m unter den Gipfel klettern, sind dem Ziel so nahe und aber doch nicht ganz oben. Allerdings sind wir wohl die erste Frauenseilschaft, die überhaupt bis hierhin kletterte. Es folgt eine Nacht mit abseilen, abseilen, abseilen und dann zwei Tage Laufen bis wir platt wieder in El Chaltén ankommen. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn es kündigt sich schon wieder gutes Wetter an und so starten wir schon vier Tage später wieder von El Chaltén aus zur Rückseite des Fitz Roy um Afanasieff(1550m, 30° 6a+), die längste Route an diesem imposanten Berg zu klettern. Dies entpuppt sich durch winterliche Bedingungen mit viel Schnee und Eis in der Wand als ziemliche Herausforderung und kostet viel Kraft und Zeit bis wir vier Tage später auf dem Gipfel stehen: Ein Wahnsinnsgefühl, wir sind einfach nur glücklich. Doch auch hier ist der Abstieg noch lang und kräftezehrend, da wir kaum schlafen, um unseren Flieger am übernächsten Tag noch zu bekommen. Herzlichen Dank all denen, die uns unterstützt haben.